ADHS Screening: Orientierungshilfe zur Ersteinschätzung
ADHS Screening für Eltern, Lehrpersonen und Jugendliche
Dieses interaktive ADHS Screening hilft, Beobachtungen zu ADHS-Symptomen strukturiert festzuhalten. Es basiert auf den DSM-5-Kriterien und kann aus drei Perspektiven ausgefüllt werden: von Eltern, Lehrpersonen oder dem Jugendlichen selbst.
Du wählst zu Beginn, wer den Bogen ausfüllt. Die Fragen passen sich automatisch an. Das Screening umfasst drei Bereiche: Unaufmerksamkeit (9 Fragen), Hyperaktivität und Impulsivität (9 Fragen) und funktionelle Beeinträchtigung (6 Fragen). Zusätzlich gibt es Fragen zum zeitlichen Verlauf und zum Auftreten in verschiedenen Umgebungen.
Plane etwa 5 bis 10 Minuten ein. Am Ende siehst du eine Auswertung mit Schwellenwerten und kannst den Bogen als PDF herunterladen oder anonymisiert per E-Mail an die Kinderarztpraxis schicken.
Geschrieben von Dr. Basi, Kinderarzt | Zuletzt medizinisch geprüft: März 2026
Was ist der Unterschied zwischen Screening und Verlaufsbogen?
Das Screening ist für die Ersteinschätzung gedacht: Besteht ein Verdacht auf ADHS? Die Fragen orientieren sich direkt an den diagnostischen Kriterien (DSM-5) und zählen, wie viele Symptome auffällig sind. Es wird typischerweise einmal ausgefüllt, bevor eine Diagnostik eingeleitet wird.
Die Verlaufsbögen dagegen begleiten die Therapie über Monate und Jahre. Sie dokumentieren, wie sich Symptome, Nebenwirkungen, Alltagsfunktion und Wohlbefinden im Verlauf verändern. Sie werden regelmässig vor Kontrollterminen in der Kinderarztpraxis ausgefüllt.
Warum gibt es drei Perspektiven?
ADHS zeigt sich je nach Umgebung unterschiedlich. Ein Kind, das zu Hause ständig in Bewegung ist, kann in der Schule vor allem durch Unaufmerksamkeit auffallen. Und was Eltern und Lehrpersonen von aussen beobachten, deckt sich nicht immer mit dem, was der Jugendliche selbst erlebt. Deshalb liefern mehrere Perspektiven zusammen das verlässlichste Bild.
Wie lese ich die Auswertung?
Das Screening zählt, wie viele der 9 Symptome pro Bereich mit „Oft“ oder „Sehr oft“ bewertet wurden. Ab 6 von 9 liegt der Wert über dem Schwellenwert. Das bedeutet nicht automatisch eine ADHS-Diagnose, sondern dass eine fachärztliche Abklärung sinnvoll ist. Die endgültige Beurteilung erfolgt immer in der Kinderarztpraxis.
Alle Artikel, Tools und Ressourcen zum Thema findest du auf unserer ADHS-Übersichtsseite.
Häufige Fragen zum ADHS Screening
Ersetzt das Screening eine ADHS-Diagnostik?
Nein. Das Screening ist eine Orientierungshilfe und Gesprächsgrundlage. Eine ADHS-Diagnostik umfasst ausführliche Gespräche, standardisierte Testverfahren und Beurteilungen aus mehreren Perspektiven. Bringe den ausgefüllten Bogen zum nächsten Termin in der Kinderarztpraxis mit.
Kann ich das Screening auch ausfüllen, wenn mein Kind schon eine ADHS-Diagnose hat?
Du kannst es ausfüllen, aber für die laufende Therapiebegleitung sind die Verlaufsbögen besser geeignet. Das Screening ist auf die Ersteinschätzung zugeschnitten, nicht auf die Verlaufsdokumentation.
Werden meine Daten gespeichert?
Nein. Der Fragebogen läuft komplett im Browser. Es werden keine Daten an einen Server gesendet. Wenn du die Seite schliesst, sind alle Eingaben weg. Deshalb: immer zuerst als PDF herunterladen oder per E-Mail verschicken.
Müssen alle drei Perspektiven ausgefüllt werden?
Nicht zwingend. Auch ein einzelner ausgefüllter Bogen ist wertvoll. Für die Kinderarztpraxis ist es aber ideal, wenn mindestens zwei Perspektiven vorliegen, z.B. Eltern und Lehrperson. Der Jugendliche kann zusätzlich seine eigene Einschätzung beisteuern.